Cannabis bei Migräne

Cannabis bei Migräne

3. Juli 2019 0 Von Horst Richter

Ärzte dürfen Cannabis in Deutschland seit März 2017 im Rahmen einer Therapie verordnen. Die Anwendungsgebiete wurden seitens des Gesetzgebers nicht eingegrenzt. Die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe machen vor allem Patienten mit chronischen Schmerzen Hoffnung. Italienische Forscher haben in einer Studie eine weitere mögliche Indikation entdeckt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich Cannabis bei Migräne zur Vorbeugung und Behandlung eignet. Mit Vorbehalten gilt das auch für Cluster-Kopfschmerzen.

Cannabis bei Migräne: Tests mit THC und CBD

Migräne ist eine chronische Erkrankung, für die es bislang keine Heilung gibt. Zwar können einige Medikamente den Schmerz lindern, doch diese werden nicht von allen Patienten vertragen und haben zum Teil schwere Nebenwirkungen. Es besteht also eindeutig Bedarf nach wirksamen und verträglichen Alternativen.

Ein Team unter der Leitung von Dr. Maria Nicolodi konnte zeigen, dass Wirkstoffe des Hanfs zur Vorbeugung und zur Behandlung von Migräne und Cluster-Kopfschmerzen geeignet sind. Im ersten Schritt des Tests ermittelte man die erforderliche Dosis. 48 Probanden mit Migräne erhielten zunächst 10 mg (ölige Emulsion, oral) einer Kombination aus zwei zugelassenen Präparaten: Bedrocan (19 % THC) und Bedrolite (9 % CBD und 0,4 % THC). Im weiteren Verlauf wurde die Dosis langsam erhöht. Es stellte sich heraus, dass sich ab einer Dosis von 100 mg eine Wirkung bemerkbar macht. 200 mg konnten den akuten Schmerz um 55 % reduzieren.

Im zweiten Schritt verglich man für die Dauer von drei Monaten die Wirkung der Cannabinoide mit den Medikamenten, die bislang als Standard gelten: 79 Patienten mit Migräne erhielten täglich THC/CBD oder Amitriptylin. Zusätzlich behandelte man 48 Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen mit THC/CBD oder Verapamil. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Cannabinoide die Anzahl der Migräneattacken genauso effektiv reduzieren wie Amitriptylin. Die Intensität der Schmerzen war jedoch bei den Patienten, die THC und CBD erhielten, um 44 Prozent geringer. Bei Cluster-Kopfschmerzen zeigte sich ein ähnlicher Effekt – allerdings nur bei Patienten, die in der Kindheit von Migräne betroffen waren.

Fazit

Das Team um Dr. Nicoladi konnte zeigen, dass „Cannabinoide zur Vorbeugung von Migräne eine Alternative zu den herkömmlichen Behandlungen sein können“. Zur Behandlung akuter Cluster-Kopfschmerzen seien sie aber nur für Patienten mit Migräne-Historie geeignet.

Quelle

Siehe auch


Symbolbild Cannabis bei Migräne

Cannabis bei Migräne: eine Alternative zu den gängigen Schmerzmitteln


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