Tilidin mit Naloxon ist sicherer

Tilidin mit Naloxon ist sicherer

18. Februar 2019 1 Von admin

Tilidin dient zur Behandlung der qualvollen Schmerzen, die zum Beispiel nach chirurgischen Eingriffen oder bei Tumoren auftreten. Der Wirkstoff unterdrückt die Wahrnehmung der Schmerzen im Gehirn. Er gehört er zur Gruppe der Opiate und ist somit mit Morphin verwandt. Derartige Substanzen können abhängig machen. Da sie einen euphorisierenden Effekt auf die Psyche ausüben, besteht das Risiko, dass Patienten sie als Rauschmittel einsetzen. Um das zu verhindern, kombiniert man Tilidin mit Naloxon.

Naloxon verhindert Missbrauch nur zum Teil

Die Verwandschaft zu Morphium legt ein hohes Missbrauchs- bzw. Abhängigkeitspotenzial nahe. Zahlreiche Studien bestätigen das.  Der ab Anfang der 1970er Jahre zunehmende intravenöse Gebrauch begründete die Entscheidung, den Arzneistoff in reiner Form als Betäubungsmittel zu klassifizieren. Mit einem „normalen“ Rezept sind seither nur noch Tabletten und Tropfen erhältlich, die Naloxon enthalten. Durch Naloxon ist das Schmerzmittel für injizierende Drogenabhängige nicht mehr zu gebrauchen. Belastbare Daten zur Häufigkeit des Missbrauchs und zum Suchtpotenzial von Tilidin mit Naloxon sind jedoch rar. Umfragen haben ergeben, dass sich das Mittel bei niedrig dosierenden Gelegenheitskonsumenten nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, da die Unterdrückung des Opioids erst bei hohen Dosen eintritt. Seit Januar 2013 sind Tilidintropfen daher auch mit Naloxon BtM-pflichtig und nur noch die Tabletten sind mit einem herkömmlichen Rezept erhältlich.

Vorteile bei korrekter Anwendung

Gegenüber anderen Schmerzmitteln weist die Kombination von Tilidin und Naloxon mehrere Vorzüge auf. Zum Beispiel ist das Risiko, an einer Atemdepression zu sterben, eher gering. Auch Probleme mit der Verdauung treten nur noch selten auf.

Tilidin mit Naloxon auf dem Schwarzmarkt

Allen Gesetzen zum Trotz gibt es heute eine große Zahl von Shops, wo man Tilidin ohne Rezept kaufen kann. Das ist ein Problem, da viele Kunden das Medikament als Droge missbrauchen oder die Hinweise in der Packungsinformation nicht beachten. Wer bei Google nach dem Keyword „Tilidin kaufen“ sucht, findet etwa 35.000 Ergebnisse. Die Firmen sitzen oft in Ländern außerhalb der EU mit lockeren gesetzlichen Regeln.

Hinsichtlich der Frage, wodurch der zunehmende Missbrauch zu verhindern ist, geben die Experten ein ratloses Bild ab. In vielen Fällen gibt es für den Wirkstoff keine Alternative. Ein Verbot ist daher keine Option. Ärzten, die bei einem ihrer Patienten Anzeichen für einen riskanten Substanzgebrauch sehen, stehen nur wenige Möglichkeiten zur Verfügung: Hilfe anbieten, auf die Gefahren hinweisen und Wege zum Absetzen aufzeigen.

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